Zur Inhaltsübersicht

Sehbehinderung – Ursachen, Herausforderungen, Lösungen

Die Stufen der Sehbehinderung

Ob eine Blindheit oder eine Sehbehinderung vorliegt, wird über die Messung der Sehkraft ermittelt. Die Sehkraft (Visus) wird als Prozentwert ermittelt. Dabei ist zu beachten, dass die Skala auch Werte von mehr als 100% umfassen kann. Eine hundertprozentige Sehkraft bedeutet also nicht, das das Auge perfekt funktioniert, sondern vielmehr dass die Sehkraft normal ist.

Eine Sehbehinderung beginnt bei einer Sehstärke von 30% oder weniger. Gesetzlich blind ist man in Deutschland erst bei einer Sehstärke von maximal 2%. Die Weltgesundheitsorganisation bewertet eine Sehkraft von 5% bereits als Erblindung.

Die häufigsten Ursachen für Blindheit

Es gibt vielfältige Ursachen, die zu einer Erblindung führen können. Die häufigste Ursache für Blindheit in Deutschland ist die Altersabhängige Makuladegeneration, die ca. der Hälfte aller Erblindungen in Deutschland zugrunde liegt. Es verwundert daher nicht, dass ca. 70 Prozent der erblindeten Menschen in Deutschland 60 Jahre oder älter sind.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat für Mitteleuropa folgende Krankheiten als vorrangige Ursachen für Blindheit ausgemacht:

  • Altersabhängige Makuladegeneration: 50%
  • Glaukom (Grüner Star): 18%
  • Diabetische Retinopathie: 17%
  • Katarakt (Grauer Star): 5%
  • Hornhauttrübung: 3%
  • Erblindung in der Kindheit: 2,4%
  • Andere Ursachen: 4,6%

Herausforderungen als blinder oder sehbehinderter Mensch

Mit dem Verlust des Augenlichts können eine Reihe neue Herausforderungen auf den Betroffenen zukommen:

  • Gefahr von Stürzen und Verletzungen, zum Beispiel bei Treppenabsätzen, Laderampen von LKWs oder achtlos auf dem Bürgersteig abgestellten Elektrorollern.
  • Probleme bei der Orientierung, zum Beispiel bei nicht barrierefreien Beschilderungen.
  • Einschränkung in der Mobilität, zum Beispiel durch die Angst vor nicht bekannten Wegstrecken.
  • Schwierigkeiten sich Informationen zu beschaffen, wenn zum Beispiel Zeitungen nicht barrierefrei gelesen werden können.
  • Einschränkungen in der Kommunikation, zum Beispiel durch die Schwierigkeit der Bedienung von Smartphones und Computern.
  • Schwierigkeiten bei der körperlichen Hygiene, zum Beispiel durch die richtige Zuordnung von Kosmetika oder die Herausforderung beim Rasieren.
  • Herausforderungen beim Kleiden, zum Beispiel durch die schwierige Kontrolle der Kleidung oder der farblichen Zuordnung.
  • Schwierigkeiten bei der Zubereitung und Aufnahme von Nahrung, zum Beispiel durch nicht barrierefreie Öfen.
  • Probleme bei der Haushaltsführung, zum Beispiel durch Hindernisse wie Teppichkanten, Spielzeuge oder Putzeimer.
  • Herausforderungen bei (sportlichen) Aktivitäten, zum Beispiel die Schwierigkeit zur Teilhabe an nicht barrierefreien Mannschaftssportarten.

Die Liste ist angelehnt an das Kapitel "Sehbehinderung im Alltag", in:  Astrid Maritzen und Norbert Kamps: Rehabilitation bei Sehbehinderung und Blindheit, Berlin/Heidelberg 2013, S. 40-44.

Selbstverständlich treffen die aufgezählten Herausforderungen nicht auf jeden gleichermaßen zu. Und es finden sich viele blinde Menschen, die zeigen, dass man trotz Sehbehinderung selbstbestimmt durchs Leben gehen kann. Denn es gibt für fast alle Herausforderungen, Wege sie zu lösen.

Hilfsmittel

Mittlerweile gibt es eine Menge Hilfsmittel, die diverse Einschränkungen ausgleichen sollen. Hier erfährst du mehr über technische Hilfsmittel für blinde und sehbehinderte Menschen.

>

Regelmäßig kostenlose Tipps zu smarter Technik, wenn dein Augenlicht schwächer wird. Trag dich ein!