Alexa, wer steht vor meiner Tür?

Nicht nur die Telefone, auch die Häuser werden immer smarter. Das kann schon vor der Tür anfangen. Die smarte Türklingel der Firma Ring ist hierfür ein Beispiel. Die Klingel kann entweder an das Kabel der alten Türklingel angeschlossen oder unabhängig davon angebracht werden. Im zweiten Fall wird die Klingel über einen Akku mit Strom versorgt. Die Klingel hat neben dem Klingelknopf auch noch eine Kamera, ein Mikrofon, einen Lautsprecher und einen Bewegungsmelder eingebaut. Und damit sie funktioniert, muss sie mit dem WLAN verbunden sein.

Wenn die Klingel betätigt wird, wird das Signal zum einen an ein oder mehrere Empfangsgeräte im Inneren des Hauses oder der Wohnung gesendet. Zum anderen kannst du aber auch eine Benachrichtigung auf deinem Smartphone erhalten. Und dazu brauchst du nicht einmal in der Nähe des Hauses zu sein. Vielleicht fragst du dich jetzt, warum du deine Klingel hören solltest, wenn du nicht in der Nähe bist, um die Tür öffnen zu können. Hier kommen die anderen eingebauten Dinge ins Spiel. Über dein Smartphone kannst du mit dem Besucher vor der Tür sprechen. Der Paketbote klingelt und du bist nicht da? Dann sag ihm einfach, wo er das Paket ablegen soll. Oder vielleicht ein Bekannter, der spontan auf einem Plausch vorbeikommt? Dann sag ihm doch, dass er sich noch kurz gedulden soll, weil du gleich zuhause bist.

Das klingt für dich nach unnötiger Spielerei? Wie so oft liegen Sinn und Unsinn im Auge des Betrachters und hängen sehr von den eigenen Bedürfnissen und Herausforderungen ab. Die Klingel bietet aber auch eine Menge Sicherheit. Zum einen kannst du den Eindruck erzeugen, dass dein Haus bewohnt ist, auch wenn du gar nicht zuhause bist. Zum anderen kann die integrierte Kamera Videos aufzeichnen und dient somit als Abschreckung für professionelle Einbrecher. Und nicht zuletzt kannst du die Klingel als Gegensprechanlage verwenden, was dir das mulmige Gefühl beim Öffnen der Tür vertreibt. Übrigens kannst du die Klingel auch mit deinen Alexa-Geräten koppeln, sodass du die Gegensprechanlage per Zuruf betätigen bzw. das Bild der Kamera auf deinem Echo Show wiedergeben kannst.

Vielleicht möchtest du die Klingel aber auch ganz anders nutzen. Wir bekommen immer wieder die Anfragen von besorgten Angehörigen, die sich leider nicht täglich selbst um ihren sehbehinderten Angehörigen kümmern können. Und viele wünschen sich die Möglichkeit, doch einmal virtuell nach dem Rechten sehen zu können. Teilweise kommt die Frage, ob es denn nicht Kameras gibt, auf die man über das Internet in die Wohnung von Mutter oder Vater herein schalten kann. Wir antworten darauf, dass es technisch zwar möglich sei, stellen aber die Gegenfrage, ob sie denn selbst gerne beobachtet werden wollen. Mit der smarten Klingel ließe sich jedoch ein Szenario entwickeln, das die Bedürfnisse ernst nimmt und gleichzeitig ethisch verträglich eingesetzt werden kann. Der Betroffene könnte die Klingel benutzen, um ein Zeichen zu geben, wenn er sich Hilfe wünscht. Die Klingel würde in diesem Fall nicht fest verbaut, sondern wird mobil verwendet und der Betroffene kann sie nach dem Betätigen vor sich hinstellen. Oder wenn er etwas im Raum sucht, kann er sie vor sich halten und dem Angehörigen quasi damit das Bild aus der eigenen Perspektive vermitteln. Anschließend wandert die Klingel wieder in eine Schublade. Smarte Technik ist halt ein Werkzeug wie jedes andere auch. Es ist nicht prinzipiell gut oder schlecht, sondern die Bewertung ist immer subjektiv und hängt davon ab, ob es ein Problem löst, bequem ist oder einfach nur Spaß macht.

Die Klingel mit Akku gibt es in zwei Versionen. Die alte Version hat einen festverbauten Akku, sodass du die Klingel zum Aufladen abnehmen musst. Die neue Version Ring Video Dorbell 2 hat einen Akku, den man wechseln kann. Beide Modelle können aber zum Beispiel auch mit einem Solarzellenelement ausgestattet werden. Das ist als Zubehör erhältlich. Die beiden Modelle unterscheiden sich daneben auch in der Auflösung der Kamera. Während die erste Version bereits hochauflösende Videos (720p) aufnehmen kann, ist die Kamera beim Nachfolgemodell weiter verbessert worden und kann Full-HD-Videos (1080p) aufnehmen. Preislich liegt die neue Version bei ca. 200 Euro. Die Vorgängerversion ist bereits für ca. die Hälfte zu haben. Aber Achtung: Wenn du möchtest, dass es auch ohne ein Smartphone in deiner Wohnung klingelt, benötigst du noch das Empfangsgerät, das sogenannte Chime. Beides zusammen gibt es selbstverständlich auch im Set. Daneben gibt es auch noch diverses Zubehör und alternative Geräte wie zum Beispiel eine Klingel, die in den Türspion eingebaut werden kann, oder zusätzliche Kameras, mit denen sich Haus und Hof überwachen lassen. Die Videos werden übrigens nicht lokal an der Kamera gespeichert, sondern wandern in eine Cloud. Um auf die Videos zuzugreifen, musst du dich erst registrieren. In der kostenlosen Version hast du dann Zugriff auf das Livebild. In der Bezahlversion (3 Euro pro Monat oder 30 Euro pro Jahr) sind die Videos der letzten 30 Tage verfügbar.

Die smarte Klingel von Ring bei Amazon (Werbung)

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