Hilfsmittel für Blinde und Sehbehinderte

Was sind Hilfsmittel?

Hilfsmittel sind technische Geräte, die von den Betroffenen selbstständig genutzt werden. Sie gleichen Funktionseinschränkungen aus oder dienen der Therapie. Das vielleicht bekannteste Hilfsmittel im Zusammenhang mit Sehbehinderung ist der Blindenlangstock, der dem Blinden bei der Orientierung hilft.

Welche Hilfsmittel gibt es?

Mittlerweile gibt es von diversen Herstellern Hilfsmittel, die sich fast jeder Herausforderung annehmen. Hier ist eine exemplarische Liste von Hilfsmittelkategorien:

  • Lesen:

    • Vergrößernde Sehhilfen.
    • Schrifterkennungssysteme.
  • Hören:

    • Abspielgeräte für Audiodateien (z.B. DAISY-Player).
    • Sprachausgabesysteme.
  • Schreiben:

    • Punktschriftdrucker.
    • Großschrifttastaturen.
    • Schreibgeräte mir Brailleschrift/Braillezeilen zur Eingabe in den Computer.
  • Bewegen und orientieren:

    • Blindenstöcke.
    • Elektronische Mobilitätshilfen.

Wie werden Hilfsmittel finanziert?

Die Finanzierung kann über diverse Kostenträger erfolgen. Häufig ist es die Krankenkasse. In der Regel wird unterschieden, ob es sich um Hilfsmittel für den privaten Bereich oder den Arbeitsplatz handelt.

Der GKV-Spitzenverband, der Verband aller gesetzlichen Krankenkassen hat ein Hilfsmittelverzeichnis erstellt, das eine Orientierung bietet, welche Hilfsmittel von den Krankenkassen prinzipiell leistungspflichtig sind. Das Verzeichnis wird immerfort aktualisiert. Jedoch ist im Einzelfall zu prüfen, ob auch nichtgelistete Hilfsmittel finanziert werden können.

Smarte Technik als Hilfsmittel?

Vieles von dem, was wir als Bereicherung für den Lebensalltag von blinden und Sehbehinderten Menschen ansehen, wird nicht offiziell als Hilfsmittel anerkannt. Damit ist eine Kostenübernahme durch einen Kostenträger nicht gesichert. Allerdings überwiegen für uns klar die Vorteile sich mit der smarten Technik auseinanderzusetzen.

Warum ist es sinnvoll sich auch mit smarter Technik auseinanderzusetzen, die vom Kostenträger nicht unterstützt wird?

Der große Vorteil ist der flexible Einsatz von smarter Technik. Während viele Hilfsmittel für eine bestimmte Anwendung konzipiert sind, kann die smarte Technik durch neue Software oder Schnittstellen zu anderen Geräten leicht in der Funktionalität erweitert werden. Nehmen wir zum Beispiel ein Smartphone. Das lässt sich durch entsprechende Software in ein digitales Taschenmesser verwandeln, das dir in diversen Alltagssituationen hilft.

Hier sind zehn Beispiele für Herausforderungen, bei denen dir dein Smartphone weiterhilft:

  • Es sagt dir die Uhrzeit an.
  • Es sagt dir, ob dein Bus Verspätung hat.
  • Es sagt dir, wo du dich gerade befindest.
  • Es lässt dich leicht mit anderen Menschen kommunizieren
  • Es hilft dir, deine Termine zu verwalten.
  • Es liest dir gedruckte Texte vor.
  • Es unterhält dich mit Musik, Podcasts und Hörbüchern.
  • Es sagt dir im Supermarkt, was du in der Hand hältst.
  • Es ruft dir Hilfe, wenn du sie brauchst.
  • Es erzählt dir einen Witz.
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